Der Verband Bildungszentren Gesundheit Schweiz (BGS) erhebt jährlich in der ganzen Schweiz Daten zu Ausbildungen an den Höheren Fachschulen Gesundheit. Die seit Jahren in derselben Form erfassten Kenngrössen – Ausbildungsstarts, Anzahl Studierende sowie Abschlüsse – bilden gemeinsam einen robusten Indikator zur Beschreibung des aktuellen Zustands des Ausbildungswesens im Bereich der Gesundheitsberufe. Gleichzeitig liefern die Daten indirekt wichtige Hinweise zur Entwicklung der Gesundheitsversorgung in der Schweiz.
Studierende auf neuem Höchststand
Ende 2025 waren an den Höheren Fachschulen Gesundheit insgesamt 10'150 Personen in Ausbildung – ein Anstieg von 6.5 Prozent gegenüber dem Vorjahr und zugleich der höchste je gemessene Wert. Seit 2019 entspricht dies einem Wachstum von rund 12 Prozent. Diese Entwicklung ist ein erfreuliches Signal für die Stärkung der Gesundheitsversorgung in der Schweiz.
Mit 4'399 Ausbildungsstarts wurde erneut ein neuer Höchststand erreicht – ein Plus von 3 Prozent gegenüber dem starken Vorjahr. Der Aufwärtstrend bei den Neueintritten setzt sich damit fort. Die 3'470 Studienabschlüsse liegen rund 4 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Dieser leichte Rückgang ist primär kohortenbedingt: Die schwächeren Ausbildungsstarts der Jahre 2022 und 2023 werden nun in den Abschlusszahlen sichtbar. Die hohen Abschlussquoten bleiben konstant ein Beleg dafür, dass Selektionsverfahren und Begleitung während der Ausbildung wirksam sind.
Pflegefachleute: Mehr Studierende und mehr Ausbildungsstarts
Die Pflegeausbildung bleibt mit Abstand die grösste Berufsgruppe. Ende 2025 studierten 6'042 Personen in einer Pflegeausbildung an einer Höheren Fachschule – ein Anstieg von rund 4 Prozent gegenüber 2024. Die Ausbildungsstarts lagen mit 2'738 deutlich über Vorjahr (+7 Prozent) und markieren einen neuen Höchststand. Die 2'122 Abschlüsse liegen rund 5 Prozent unter Vorjahr – dies ist der Nachlauf der kleineren Start-Kohorten der Jahre 2022 und 2023 in der 3-jährigen Ausbildung.
Positiv fällt insbesondere die Entwicklung bei der berufsbegleitenden Pflegeausbildung auf: Mit 665 Studierenden und 240 Neueinstiegen wurden hier neue Höchstwerte erreicht – ein Anstieg von 22 Prozent bei den Studierenden und 49 Prozent bei den Ausbildungsstarts. Dies unterstreicht die wachsende Bedeutung flexibler Ausbildungswege in der Pflege.
Konstant hoch bleibt die Abschlussquote: Rund 93 Prozent der Studierenden, die eine Ausbildung zur dipl. Pflegefachperson HF beginnen, schliessen diese auch erfolgreich ab. Die Abbruchquote ist gegenüber dem Vorjahr allerdings leicht angestiegen und wird vom BGS weiterhin aufmerksam beobachtet.
Erfreuliche Zuwächse in mehreren Studiengängen
Erfreuliche Entwicklungen zeigen sich in verschiedenen weiteren Bereichen:
• Die AIN-Studiengänge (Anästhesie-, Intensiv- und Notfallpflege NDS HF) verzeichnen mit 1'369 Studierenden einen deutlichen Zuwachs von 18 Prozent gegenüber dem Vorjahr (1'157). Bei den NDS-Starts zeigt sich mit 620 Eintritten ein leichter Rückgang von 5 Prozent; das starke Wachstum der Studierendenzahlen zeigt aber, dass die Ausbildungsnachfrage insgesamt hoch bleibt. Besonders die Intensivpflege wächst kontinuierlich (562 Studierende, +22%).
• Die Dentalhygienikerin/der Dentalhygieniker HF verzeichnet mit 130 Neueinstiegen einen Anstieg von über 20 Prozent.
• Der Studiengang Aktivierungsfachperson HF hat die Ausbildungsstarts mit 79 Eintritten um 30 Prozent gesteigert.
• Der Biomedizinische Analytiker HF hält mit 477 Studierenden und stabilen Ausbildungsstarts sein hohes Niveau.
Investitionen in Bildung bleiben zentral
Die Höheren Fachschulen Gesundheit leisten einen wesentlichen Beitrag zu einer qualitativ hochstehenden Gesundheitsversorgung in der Schweiz. Die vorliegenden Zahlen stimmen vorsichtig optimistisch – insbesondere der neue Höchststand bei den Studierendenzahlen zeigt, dass der eingeschlagene Weg Früchte trägt.
Es braucht weiterhin grosse und gezielte Investitionen in die Bildung, um dem Fachkräftemangel in den Gesundheitsberufen nachhaltig zu begegnen. Dem Verband Bildungszentren Gesundheit Schweiz kommt in diesem Prozess eine wichtige Rolle zu: Er setzt sich auf nationaler Ebene für die Interessen seiner 33 Mitglieder ein und versteht sich als kompetenter Partner der Kantone, insbesondere im Hinblick auf die Umsetzung der Pflege-Initiative.
Siehe auch:
• Ausbildungszahlen 2025: https://bgs-ch.ch/de/zahlen